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university/S1/AGLA/Hausaufgaben/Zettel03.typ
2025-04-16 10:50:38 +02:00

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// Load the preamble
#import "../conf.typ": conf
#show: conf.with(week: "3")
// Aufgabe 1
= Ringe mit Addition und Multiplikation
+ Zeigen Sie, dass
$ (ZZ slash 5 ZZ)^* := {1+ 5 ZZ, 2 + 5 ZZ, 3 + 5 ZZ, 4 + 5 ZZ} subset ZZ slash 5 ZZ $
$ (ZZ slash 9 ZZ)^* := {1+ 9 ZZ, 2 + 9 ZZ, 4 + 9 ZZ, 5 + 9 ZZ, 7 + 9 ZZ, 8 + 9 ZZ} subset ZZ slash 9 ZZ $
jeweils eine Gruppe bezueglich Multiplikation sind.
//////////////////////////////
Geforderte Eigenschaften an eine Gruppe:
- Abgeschlossenheit: Das Produkt zweier Elemente muss wieder in der Gruppe sein.
- Inverses Element: Jedes Element muss ein multiplikatives Inverses in der Gruppe haben.
- Assoziativität: Diese Eigenschaft wird von den ganzen Zahlen vererbt. $checkmark$
- Neutrales Element: Es muss ein neutrales Element in der Gruppe geben. Dieses ist hier die 1. $checkmark$
Für $(ZZ slash 5 ZZ)^*$ gibt es durch Modulo-Rechnen folgende Elemente in der Gruppe $E = {1, 2, 3, 4}$.
Das Produkt zweier Elemente aus $E$ ergibt wieder ein Element in dieser Menge:
$ 1 dot 1 = 1, 1 dot 2 = 2, 1 dot 3 = 3, 1 dot 4 = 4 $
$ 2 dot 2 = 4, 2 dot 3 = 1, 2 dot 4 = 3 $
$ 3 dot 3 = 4, 3 dot 4 = 2 $
$ 4 dot 4 = 1 $
Jedes Element hat ein Inverses:
$ 1^(-1) = 1, 2^(-1) = 3, 3^(-1) = 2, 4^(-1) = 4 $
Für $(ZZ slash 9 ZZ)^*$ gibt es durch Modulo-Rechnen folgende Elemente in der Gruppe $E = {1, 2, 4, 5, 7, 8}$.
Das Produkt zweier Elemente aus $E$ ergibt wieder ein Element in dieser Menge:
$ 1 dot 1 = 1, 1 dot 2 = 2, 1 dot 4 = 4, 1 dot 5 = 5, 1 dot 7 = 7, 1 dot 8 = 8 $
$ 2 dot 2 = 4, 2 dot 4 = 8, 2 dot 5 = 1, 2 dot 7 = 5, 2 dot 8 = 7 $
$ 4 dot 4 = 7, 4 dot 5 = 2, 4 dot 7 = 1, 4 dot 8 = 5 $
$ 5 dot 5 = 7, 5 dot 7 = 8, 5 dot 8 = 4 $
$ 7 dot 7 = 4, 7 dot 8 = 2 $
$ 8 dot 8 = 1 $
Jedes Element hat ein Inverses:
$ 1^(-1) = 1, 2^(-1) = 5, 4^(-1) = 7, 5^(-1) = 2, 7^(-1) = 4, 8^(-1) = 8 $
Damit ist alles gezeigt. $qed$
+ Finden Sie ein Element $x in (ZZ slash 9 ZZ)^*$, sodass $angle.l {x} angle.r = (ZZ slash 9 ZZ)^*$ gilt.
Nach Aufgabe 1a ist hat die Gruppe $(ZZ slash 9 ZZ)^*$ folgende Elemente $1, 2, 4, 5, 7, 8$. Es gilt $abs((ZZ slash 9 ZZ)^*) = 6$.
Durch Testen jedes Elements finden wir, dass $x = 2$ die
gesamte Gruppe erzeugt, da:
$ 2^1 = 2 , quad 2^2 = 4 , quad 2^3 = 8 , quad 2^4 = 7 , quad 2^5 = 5 , quad 2^6 = 1 . $
Somit ist $x = 2$ ein Generator von $(bb(Z) \/ 9 bb(Z))^(\*)$, und wir haben
$angle.l 2 angle.r = (bb(Z) \/ 9 bb(Z))^(\*)$.
+ Geben Sie einen Isomorphismus zwischen $(ZZ slash 9 ZZ, dot.op)$ und $(ZZ slash 6 ZZ, +)$ an.
Ein Isomorphismus zwischen den Gruppen $(bb(Z) \/ 9 bb(Z) , dot.op)$ und
$(bb(Z) \/ 6 bb(Z) , +)$ kann durch die Funktion
$ phi : (bb(Z) \/ 9 bb(Z))^(\*) arrow.r bb(Z) \/ 6 bb(Z) $ gegeben
werden, wobei $phi (x)$ die Ordnung von $x$ in $(bb(Z) \/ 9 bb(Z))^(\*)$
modulo 6 ist.
Wählen wir nach Aufgabe 1b $x = 2$ als Generator von $(bb(Z) \/ 9 bb(Z))^(\*)$, so
laesst sich $phi$ definieren durch $ phi (2^k) = k mod 6 . $
Diese Zuordnung ist ein Isomorphismus, da sie bijektiv ist und die
Gruppenoperationen respektiert:
$ phi (2^k dot.op 2^m) = phi (2^(k + m)) = (k + m) mod med 6 = phi (2^k) + phi (2^m) . $
Ist $(ZZ slash 5 ZZ)^$ auch zu einer Gruppe der Form $ZZ slash n ZZ$ für ein $n N$ isomorph? Falls ja, geben Sie einen Isomorphismus an.
Die Gruppe $(bb(Z) \/ 5 bb(Z))^(\*)$ ist also isomorph zu
$bb(Z) \/ 4 bb(Z)$, da beide Gruppen die gleiche Ordnung haben und
zyklisch sind.
Ein Isomorphismus zwischen $(bb(Z) \/ 5 bb(Z))^(\*)$ und
$bb(Z) \/ 4 bb(Z)$ ist durch die Abbildung
$ phi : (bb(Z) \/ 5 bb(Z))^(\*) arrow.r bb(Z) \/ 4 bb(Z) , quad phi (1) = 0 , quad phi (2) = 1 , quad phi (3) = 3 , quad phi (4) = 2 $
gegeben.
// Aufgabe 2
= Homomorphismen
Seien $G$ und $H$ Gruppen. Angenommen $G$ ist endlich und ihre Ordnung eine Primzahl $p$. Zeigen Sie:
+ Jeder Homomorphismus $phi: G arrow H$ ist entweder trivial oder injektiv.
Sei $phi.alt : G arrow.r H$ ein Homomorphismus. Da $G$ endlich und
$lr(|G|) = p$ eine Primzahl ist, gilt nach Lagrange für jede Untergruppe von $G$
entweder $lr(|H|) = 1$ oder $lr(|H|) = p$.
Fuer den Kern gilt:
$ phi (e_G) = e_H ==> ker (phi) != emptyset $
Sei $a, b in ker (phi)$. Dann:
$ phi (a) = e_H "und" phi (b) = e_H $
Da $phi$ ein Homomorphismus ist, folgt:
$ phi (a dot b) = phi (a) dot phi (b) = e_H dot e_H = e_H $
Also ist $a dot b in ker (phi)$
Sei $a in ker (phi)$. Dann:
$ phi (a) = e_H $
Da $e_H = e^(-1)_H$ folgt:
$ phi (a^(-1)) = phi (a)^(-1)) = e_H^(-1) = e_H $
Da alle Eigenschaften fuer eine Untergruppe, namentlich nicht Leerheit, Abgeschlossenheit und die Existenz eines Inversen gegeben sind, ist das Kernbild des Homomorphismus, $ker (phi)$, eine Untergruppe von $G$.
Falls $abs(ker (phi)) = G$, ist $phi$ trivial. Andernfalls ist
$lr(|ker (phi)|) = 1$, was bedeutet, dass $ker (phi) = { e }$,
das neutrale Element.
Angenommen $phi (a) = phi (b)$ fuer beliebige $a, b in G$, dann:
Wir betrachten das Element $a dot b^(-1) in G$ fuer beliebige $a, b in G$.
$ phi (a dot b^(1))=phi (a) dot phi (b^(1)) $
Da $phi (a) = phi (b)$ und $phi (b^(-1)) = phi (b)^(-1)$, folgt:
$ phi (a dot b^(1))=phi (a) dot phi (a)^(1) = e_H $
Da $a dot b^(-1)$ nun im Kern ist, aber $ker (phi) = {e}$, folgt:
$ a dot b^(-1) = e ==> a = b $
Da $phi (a) = phi (b) ==> a = b$ ist $phi$ injektiv.
+ Jeder Homomorphismus $phi: H arrow G$ ist entweder trivial oder surjektiv.
Sei $phi : H arrow.r G$ ein Homomorphismus. Da $G$ die
Ordnung $p$ hat, ist jede echte Untergruppe von $G$ trivial. Das
Bild $"im"(phi)$ ist nach dem selben Argument wie in 2a eine Untergruppe von $G$, daher gilt
$lr(|"im"(phi)|) = 1$ oder $lr(|"im"(phi)|) = p$.
Falls $lr(|"im"(phi)|) = 1$, ist $phi$ trivial. Sonst ist
$lr(|"im"(phi)|) = p$, was bedeutet, dass $"im"(phi) = G$.
Fuer surjektivitaet gilt es jetzt zu zeigen, dass
$ yG: xG: ϕ(x)=y. $
Dabei gilt:
$ im (phi) = G ==> forall y in G: y in im (phi) $
$ y in im (phi) ==> exists x in G: phi (x) = y $
also ist $phi$ surjektiv.
// Aufgabe 3
= Vektorraeume I
Wir betrachten den Vekorraum $V = RR^4$ mit den folgenden Unterraeumen:
$ U_1 = angle.l {(0, 1, 0, 2), (1, 0, 1, 0), (-1, 0, 1, 0)} angle.r, U_2 = angle.l {(1, 0, 3, 0), (0, 1, 0, 0), (1, 3, 3, 3)} angle.r $
+ Bestimmen Sie $U_1 sect U_2$.
*Loesung* in Papierform.
// Pruefen auf lineare Unabhaengigkeit der beiden Unterraeume:
//
// $ U_1: a vec(0, 1, 0, 2) + b vec(1, 0, 1, 0) + c vec(-1, 0, 1, 0) =^! 0 $
//
// $ U_2: a vec(1, 0, 3, 0) + b vec(0, 1, 0, 0) + c vec(1, 3, 3, 3) =^! 0 $
//
// Das Loesen mithilfe eines CAS liefert nur die triviale Loesung.
//
// Da jeweils alle drei Vektoren voneinander linear unabhaengig sind, koennen wir keinen verwerfen.
//
// Aufstellen des Gleichungssystems:
//
// $ mat(0, 1, -1, -1, 0, -1, 0;
// 1, 0, 0, 0, -1, -3, 0;
// 0, 1, 1, -3, 0, -3, 0;
// 2, 0, 0, 0, 0, -3, 0) $
//
// Loesen durch ein CAS ergibt folgenden Loesungsvektor:
//
// $ X = vec(3/2 b, 2 a+2 b, a+b, a, -3/2 b, b) $
//
// Einsetzen in die Gleichung von $U_2$ oder $U_1$ gibt:
//
// $ a vec(1, 0, 3, 0) + b vec(2, 3, 6, 6) $
//
// Also gilt:
//
// $ U_1 sect U_2 = angle.l {(1, 0, 3, 0), (2, 3, 6, 6)} angle.r $
+ Ist $U_1 union U_2 = V$?
//TODO
*Loesung* in Papierform.
// Aufgabe 4
= Vektorraeume II
+ Zeigen Sie, dass die Menge
$ V = {(x_1, x_2, x_3) in QQ^3: 7x_1 + 2x_2 - 3x_3 = 0} $
ein Untervektorraum von $QQ^3$ ist.
Sei $V = { (x_1 , x_2 , x_3) in bb(Q)^3 : 7 x_1 + 2 x_2 - 3 x_3 = 0 }$.
Um zu zeigen, dass $V$ ein Untervektorraum ist, prüfen wir die drei
Bedingungen:
$V$ ist nicht leer: Es gilt $vec(0, 0, 0) in V ==> V != emptyset$.
Abgeschlossenheit unter Addition:
Fuer $arrow(v) = (x_1 , x_2 , x_3) in V$ und
$arrow(w) = (y_1 , y_2 , y_3) in V$ gilt:
$ 7 (x_1 + y_1) + 2 (x_2 + y_2) - 3 (x_3 + y_3) = (7 x_1 + 2 x_2 - 3 x_3) + (7 y_1 + 2 y_2 - 3 y_3) = 0 , $
also ist $arrow(v) + arrow(w) in V$.
Abgeschlossenheit unter skalarer Multiplikation:
Fuer $arrow(v) = (x_1 , x_2 , x_3) in V$ und $lambda in bb(Q)$ gilt:
$ 7 (lambda x_1) + 2 (lambda x_2) - 3 (lambda x_3) = lambda (7 x_1 + 2 x_2 - 3 x_3) = 0 , $
also ist $lambda arrow(v) in V$.
Restliche Eigenschaften, wie die Assoziativitaet oder Kommutativitaet werden vom Koerper der rationalen Zahlen $QQ$ vererbt.
Da sonst alle drei Bedingungen erfüllt sind, ist $V$ ein Untervektorraum von
$bb(Q)^3$.
+ Zeigen Sie, dass $V = angle.l {(2, -7, 0), (0, 3, 2), (1, 1, 3)} angle.r$ ist.
*Loesung* in Papierform.
// Damit $V$ durch die drei Vektoren $r = vec(2, -7, 0), v = vec(0, 3, 2), w = vec(1, 1, 3)$ vollstaendig aufgespannt wird muessen die Vektoren Elemente von V sein.
//
// // Was wenn V nur 2dimensional ist?
//
// Fuer $r: 7 dot 2 + 2 dot -7 - 3 dot 0 = 14 - 14 = 0$
//
// Fuer $v: 7 dot 0 + 2 dot 3 - 3 dot 2 = 0 + 6 - 6 = 0$
//
// Fuer $w: 7 dot 1 + 2 dot 1 - 3 dot 3 = 7 + 2 - 9 = 0$
//
// Es gilt also $r, v, w, in V$.
//
// Da $w$ linear abhaengig von $v$ und $r$ ist muessen wir diesen nicht betrachten. Berechnen des Kreuzproduktes von $v$ und $r$ liefert:
//
// $ v times r = vec(7, 2, -3) $
//
// Deshalb wird die Gesamte Ebene $V$ durch die Vektoren aufgespannt.
+ Ist die Menge
$ W = {(x_1, x_2, x_3) in QQ^3: 7x_1 + 2x_2 - 3x_3 = 1} $
ein Untervektorraum von $QQ^3$?
Zuerst pruefe ich ob das neutrale Element in $W$ enthalten ist durch einsezten von $vec(0, 0, 0)$ in das Aussonderungsaxiom der Menge:
$ 7 dot 0 + 2 dot 0 - 3 dot 0 = 0 != 1 $
So kann $W$ kein Untervektorraum von $QQ^3$ sein, da diese Menge kein neutrales Element enthaelt.