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university/S2/AGLA/VL/AgIIVL1.typ
2025-06-11 20:52:38 +02:00

110 lines
3.0 KiB
Typst

// Main VL template
#import "../preamble.typ": *
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#show: thmrules
// Main settings call
#show: conf.with(
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num: 1,
type: 0, // 0 normal, 1 exercise
date: datetime.today().display(),
//date: datetime(
// year: 2025,
// month: 5,
// day: 1,
//).display(),
)
= 1. Einfuehrung in die Ringtheorie
#definition[
Ist auf einer abelschen Gruppe eine weitere Verknuepfung $*: R times R -> R, (x,y) |-> x y$ und fuer alle $x,y in R$ die folgenden Bedingungen
erfuellt sind
$
x (y + z) = x y + x z \
(y + z) x = y x + z x
$
dann wird $(R, *, +)$ als *Ring* bezeichnet.
Falls die Multiplikation kommutativ ist, so wird der Ring als kommutativ bezeichnet.
Das Element $1 in R$ heisst Eins falls fuer alle $r in R$ gilt
$
1 * r = r * 1 = r.
$
]
#lemma[
Ist R ein Ring mit kommutativer Multiplikation, so gilt der Binomische Satz der Form
$
(x + y)^(n) = x^(n) + y^(n) + sum_(i=1)^(n-1) vec(n, i) x^(i) y^(n-i).
$
]
#lemma[
Ist R ein Ring, so gilt fuer alle $r, x in R$
$
0 r = r 0 = 0 , space (-x)y = - (x y) = x (-y) , space (-x) (-y) = x y.
$
]
Die Menge aller Matrizen mit eintraegen aus R ist wieder ein Ring. Im Folgenden ist stets R ein kommuativer Ring mit Eins.
Wir defineren den Raum
$
R^(oo) := {(x_n) _(n in N_(0) ) | forall n in N_(0): x_(n) in R }
$
mit den Verknuepfungen zwischen $(a_(n) ), (b_(n) )in R^(oo) $ gegeben durch
$
(a_(n) ) + (b_(n) ) &:= (a_(n) + b_(n) ) \
(a_(n) )(b_(n) ) &:= (sum_(j = 0)^(k) a_(k-j) b_(j) )_(n in N_(0) )
$
wird $R^(oo) $ zu einem kommutativen Ring mit Eins.
#definition[
Polynom mit Koeffizienten in R.
Ein Element E aus dem Polynomring $R [X]$ ueber R mit der Unbestimmten X ist gegeben durch
$
E = sum_(j=0)^(n) r_(j) X^(j) .. "mit" n in NN, r_(j) in R space forall j.
$
]
#definition[
Seien $S, R$ Ringe und $phi: S -> R$ eine Abbildung. Dann ist $phi$ ein *Ringhomomorphismus* falls gilt
$
phi (s + r) = phi s + phi r \
phi (s r) = phi s * phi r.
$
Jeder Ringhomomorphismus ist so auch ein Gruppenhomomorphismus zwischen $(S, +) "und" (R, +)$.
Es folgt so dass
$
phi (0_(R) ) = 0_(S) "und" phi (-x) = - phi x space forall x in R.
$
]
#theorem[
Sei $R = ZZ$ ein Ring. Sei $phi: ZZ -> ZZ$ ein Ringhomomorphismus. Dann fuer alle $x in R$ entweder $phi x = 0$ oder $phi x = 1$.
]
#proof[
Es gilt, dass $phi 1 = phi (1^2) = (phi 1)^2 $ wodurch folgt, dass $phi 1$ entweder 1 oder 0 sein muss.
Dadurch folgt mit $m 1 = 1 + ... + 1$ die Aussage.
]
#definition[
Ein Unterring U von R heisst *Ideal* in R, falls fuer alle $x in U$ und $y in R$ gilt, dass $x y in U$ und $y x in U$.
]
#theorem[
Der Kern eines Rinhomomorphismus $phi: R -> S$ ist ein Ideal in R.
]
#theorem([Homomorphisatz fuer Ringe])[
Ist $phi: R -> S$ ein Ringhomomorphismus dann ist durch
$
Phi: R slash ker phi -> S
$
ein injektiver Ringhomomorphismus definiert. Es gilt auch dass $phi (R)$ isomorph zu $R slash ker phi$ ist.
]